Die Gemeinschaft geht baden

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Vor Jahrtausenden, da lebten riesige Familien unter einem Dach, das Langhaus der Nordländer hatte Platz für grosse Verbände, riesige Gruppen lebten zusammen, man teilte das Leben. Glück und Unglück, in guten und in schlechten Zeiten, als Beutegemeinschaft.

Dann kam langsam das kleinere Haus für einzelne Familien auf, nur noch Großeltern, Eltern und Kinder, man wollte für sich sein, sich nicht einschränken müssen, das Bad nicht teilen, einfach mehr Privatsphäre war angesagt.

Es folgte die Zeit der Wohnungen, die waren anfangs winzig, die ganze Familie teilte sich das Bett, am Tage wurde dieses an andere Menschen sogar weiter vermietet, die Zustände in vielen Großstädten waren ärmlich. Noch wohnten Opa und Oma im Familienverband, aber die wurden dann bald lästig, das Seniorenheim wurde zum Erfolgsmodell. Für die besonders pflegeintensiven Alten wurden Hospize gebaut, jetzt waren die Eltern mit den Kindern alleine in Plattenbauten wohnhaft.

Es kam so, wie es kommen mußte, die Nummer mit der Selbstverwirklichung war noch nicht zu Ende. Jetzt startete die Singleisierung, jetzt war der Partner übrig, man wollte schließlich was erleben. Ehen wurden schneller geschieden wie geschlossen, die Socken haben eben doch gestunken, das war unerträglich, “man” trennt sich dann eben.

Gerade können wir den letzten Teil des Dramas betrachten, der Staat soll sich jetzt um die Kinder kümmern, beim “chillen” auf dem Sofa sind die lieben Kleinen eben übrig.

Man will alleine leben, jeder für sich, alle müssen sich verwirklichen, in Urlaub fahren steht ganz oben auf der Liste, da stören die Gören doch eh nur.

Die Menschen vereinsamen, werden depressiv und stumpfsinnig, die schöne neue Welt ist dann (am Ende) doch nicht so toll. Keine Wärme, keine Liebe, kein Zusammenhalt, bequem ja, aber dafür super bedrückend, gruselig.

Wer schon einmal in ärmeren Ländern unterwegs war der hat gesehen, wie dort immer noch ganze Familien unter einem Dach leben, wie sich 15 Menschen ein Zimmer teilen, der hat das Lachen aus solchen Häusern und Zimmern schallen gehört.

Wir werden in unseren Singlewohnungen sterben, und erst wenn wir anfangen zu stinken wird das überhaupt jemand bemerken.

Bedenke um was du bittest, es könnte dir gewährt werden.

Der Weg ist das Ziel!

 

 

Verlieren kann man nur das, woran man sich klammert

Buddha – Ehrenname des indischen Philosophiestifters Siddhartha Gautama – 560 bis 480 vor dem Jahr Null

Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien

George Carlin – US-amerikanischer Komiker – 1937 bis 2008

Die Familie ist immer die Familie, aber in den Ferien ist es eine Großfamilie und das ist anstrengend

Gertrude Stein – US-amerikanische Schriftstellerin, Verlegerin und Kunstsammlerin – 1874 bis 1946

Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich; jede unglückliche Familie jedoch ist auf ihre besondere Weise unglücklich

Leo Tolstoi – Russischer Schriftsteller – 1828 bis 1910

Es gibt gar keine bürgerliche Familie. Es gibt Familien, die nach bürgerlichen Maßstäben zu leben scheinen. Aber sobald man genauer hinsieht, gibt es keine bürgerliche Familie. Es gibt nur Einzelpersonen

Anaïs Nin – US-amerikanische Schriftstellerin – 1903 bis 1977

Niemand ist jemals gestorben, der eine Familie hatte

Ray Bradbury – US-amerikanischer Schriftsteller – 1920 bis 2012

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