Schuldgefühle

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Ja, die Schuldgefühle, die plagen uns sehr!
Wer kennt es nicht, das mulmige Gefühl? Hat „man“ mal wieder etwas verbockt, falsch gemacht? Sich schlecht benommen, vielleicht hat man sich „zum Affen“ gemacht?
Meist folgt das schuldige Gefühl auf eine falsche Reaktion, auf eine Lüge oder schlechte Tat. Einige unter uns laufen auch rot an, fangen an zu schwitzen, oder zeigen nervöse Reaktionen.
Abzugrenzen ist ein Schuldgefühl von Scham, da bei der Schuld noch die „schuldige“ Komponente dazu kommt, „man“ weiß, dass „man“ etwas falsch gemacht hat, bei der Scham muss der Auslöser nicht unbedingt in einer „falschen“ Handlung von uns liegen, er kann dabei auch von ausserhalb stammen.
Nach dem Psychoanalytiker Freud wird das Schuldgefühl durch unser „Über-Ich“ ausgelöst, wo die sozialen Werte zu verordnen seien. Wenn nun diese Werte durch unsere Handlungen verletzt werden, dann kommen (unbewußt) Schuldgefühle auf.
Dieses Super-Ego haben wir uns also selbst antrainiert, indem wir die Filter vor unsere Gedanken gebaut haben, durch die wir die Welt sehen (und/oder sehen wollen). Angefangen von unserer Kindheit, durch die Erziehung der Eltern, die Prägung der Jugend und des Erwachsenwerdens, die Filter bestimmen unsere Gedanken, die Verletzung der Struktur unseres Egos läßt uns Schuld empfinden.
Ein großer Teil des Aufbaus dieses „Über-Ichs“ stammt auch von Ängsten. Hat Ihnen die Mutter nicht gesagt, dass Sie nicht auf die heiße Herdplatte greifen sollen. Viele Ängste sind durch die Evolution geprägt, andere sind Erfahrungswerte, wieder andere durch Erziehung entstanden.
Wenn wir also gegen die Normen und Regeln verstoßen, die wir uns selbst gestellt haben, dann empfinden wir Schuldgefühle.
Hier ist festzustellen, dass die Lehre Buddhas eine ganz ähnliche Herangehensweise zeigt, die der Auffassung vom Psychoanalytiker Freud nahe kommt.
Nach Buddha sind es nicht die Umstände, die unseren Weg ausmachen, sondern die Art, wie wir damit umgehen, wie wir Dinge (und Menschen) bewerten. Nach dem großen Lehrer sollen wir eben gar nicht werten, nicht in Kategorien einteilen. Es kommt so, wie es kommen muss, das bedeutet nicht, dass es „gut“ oder „schlecht“ ist oder sein könnte.
Das oben beschriebene Super-Ego, unser „Über-Ich“, das hat ganz spezielle Filter, durch die sich unsere Meinung erst bilden kann. Was aber, wenn wir diese Filter überdenken, sie wenigstens nach ihrem Nutzen überprüfen. Gibt es solche Filter, die „weg können“, die nicht mehr zeitgemäß sind, sich mit unserem heutigen Ich nicht vertragen?
Was wäre, wenn wir unser komplettes Wertesystem von Zeit zu Zeit überprüfen, überdenken, dabei der Lehre Buddhas mehr und mehr anpassen?
Woher stammt mein „Über-Ich“, wer bin ich wirklich, was sind meine Ansichten?
 
Ich bin nicht so sehr in meine eigenen Ansichten verliebt, dass ich ignoriere, was andere über sie denken
Nicolaus Copernicus – Preußischer Astronom – 1473  1543
Mir muß eine Sache Spaß machen, sonst werde ich krank
Heinrich Böll – Deutscher Schriftsteller – 1917 bis 1985
Lasst uns die Wahrheit akzeptieren, auch wenn sie uns überrascht und unsere Ansichten verändert
George Sand – Französische Schriftstellerin – 1804 bis 1876
Ich bin, wie jeder anständige Mensch, meiner Ansichten oftmals müde
Arno Schmidt – Deutscher Schriftsteller – 1914 bis 1979
Wir müssen zu unseren Ansichten stehen und es riskieren, um ihretwillen zu Fall zu kommen
Katherine Mansfield – Neuseeländisch-britische Schriftstellerin – 1888 bis 1923
Ob wir es wollen oder nicht, wir gehören zu unserer Zeit und teilen ihre Ansichten, Gefühle, sogar ihre Irrtümer
Henri Matisse – Französischer Maler und Bildhauer – 1869 – 1954

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