Gier, Hass und Verblendung

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Nach der Lehre Buddhas gibt es drei Gründe für Leid, nämlich Gier, Hass und Verblendung. Diese bedingen dann auch in der Konsequenz die Entstehung neuen Karmas.
Immer wenn eine Handlung aus Gier, Hass oder Verblendung entspringt, dann wird die Frucht daraus in diesem oder im nächsten Leben reif, völlig egal, wo die Person wiedergeboren wird.
Nach Buddhas „Predigt“ von Benares folgt die Gier nach Lust, nach dem Leben und nach Sexualität, dem „Durst“, der mit Freude und Vergnügungen verbunden ist, und der „Gefallen“ am „Ich“ gefunden hat. Genuss und das Streben nach materiellem Besitz sind dabei die stärksten Kräfte der Gier.
Nach dem Lehrer aller Lehrer verbindet gerade dieser „Durst“ unser jetziges Leben mit erneuten Geburten. So verschmelzen dann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer karmischen Einheit.
Nach Buddha sind die Taten, die nicht wegen Gier, Hass und Verblendung erfolgen, ohne eine Auswirkung auf das jeweilige Karma.
Bedenken wir aber, dass das alles überlagernde Merkmal unserer Existenz die Vergänglichkeit aller Dinge und Wesen bestimmt, und die wiederum aus der leidvollen Tatsachen entspringen, dass wir alle eine Dasein „ohne Bestand“ führen müssen, dann werden die Umstände schnell klarer.
Buddha lehrte seine Anhänger, dass alle Gebilde und Formen vergänglich sind, und sich gerade daraus das Leid erst entwickelt. Wer erkannt hat wie die Zusammenhänge sind, der kann kein Leben in „Freude“ und „Glück“ führen, ohne sich mit der Philosophie Buddhas zu beschäftigen.
Alle Formen und Gebilde entsprechen nämlich nicht dem wahren „Ich“, wir müssen damit leben, dass es ein inhärentes „Selbst“ gar nicht geben kann.
Was vergänglich ist, das ist auch leidvoll. Was geboren wird, das muss sterben.
Nur wer Gier, Hass und Verblendung aus seinem Leben verbannen kann, der hat die Abfolge der Wiedergeburten überwunden, der kann ins Nirvana einziehen.
Nach Buddha ist das Nirvana ein Gebiet, in dem es kein Feuer, kein Wasser, keine Erde, keine Luft und keinen Raum gibt; auch kein Bewusstsein und keine Wahrnehmung gibt es dort, es gibt dort auch keine Welt, keine Sterne, keine Sonne und keinen Mond. In diesem Gebiet gibt es auch kein Entstehen oder Vergehen, kein Kommen und kein Gehen; und somit gibt es dort auch kein Leid.
Diejenigen, die nach dem „Erwachen“ schon zu ihren Lebzeiten streben, die sind bereits auf dem Weg ins Nirvana, die leiden nicht mehr. Das Glück besteht nach dem Lehrer aller Lehrer darin, keine Gefühle mehr zu haben, keine Gier zu verspüren, keinen Hass zu empfinden, keiner Verblendung zu unterliegen.
Buddha wurde zum „Erleuchteten“, als er die schweren „Anker“ der Gefühle aus seinem Dasein verbannte, und damit das Ende des Leidens erreichte.
Hass und Verblendung sind ebenfalls solche Gefühle, die dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterworfen sind, den Regeln allen Werdens folgen. Wer hasst, der sollte sich die Ursachen dieser Emotion stellen. Verblendung ist die Unfähigkeit zu vernünftiger Überlegung, aber was ist schon vernünftig?
Gier, Hass und Verblendung stellen die dreifachen Wurzeln allen Leids dar.
Das „Erwachen“ kann das Leiden beenden.
 
Wer nicht ein wenig Leid zu ertragen weiß, muss damit rechnen, viel zu leiden
Jean-Jacques Rousseau – Wegbereiter der französischen Revolution und Philosoph – 1712 bis 1778
Nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende, durch Freundschaft kommt Feindschaft zu Ende
Friedrich Nietzsche – Deutscher Philosoph – 1844 bis 1900
Ich leide viel, meine Kinder, es ist wahr; aber es gibt Leute, die lebend mehr leiden als ich im Sterben
Pierre-Jean de Béranger – Französischer Lyriker und Liedtexter – 1780 bis 1857

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