Die Erde ist glitschig

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Dieser Grundsatz galt im Glaubenssystem der Azteken, einer Hochkultur, die zwischen dem 14. und dem frühen 16. Jahrhundert existierte.
Vor 40 Jahren war ich mit meinen Eltern in Mexiko, die Tempel haben einen großen Eindruck auf mich gemacht, bis heute gehen mir die monumentalen Strukturen nicht mehr aus dem Kopf. Menschen, Tiere und Pflanzen passten sich ihrem Lebensraum hervorragend an, meine Besuche auf den Pyramiden der vergangenen Völker waren ein „Höhepunkt“ in meinem Leben.
Von meinen Besuchen in Mexiko ist mir dieser Satz im Gedächtnis geblieben: „Die Erde ist glitschig“
Nach dem Glauben der mesoamerikanischen Zivilisation konnte jeder Mensch auf der glitschigen Erde ausrutschen; das „Böse“ war, wie das „Gute“, in der fortwährenden Tradition der indigenen Religion nicht getrennt voneinander, sondern stand sich als Teil des Lebens direkt gegenüber. Die verschiedenen Kapitel der Zeitgeschichte haben diese Gegend geprägt, trotz aller Widrigkeiten hat die Fusion der spirituellen Einflüsse bis heute enorme Präsenz.
Und ja, die Erde ist glitschig, jederzeit können wir ausrutschen, fallen, am Boden aufkommen.
Jeder kann ausrutschen, wie aber gehen wir mit unseren Fehlern um?
Was wissen wir von der Religion der Azteken und der Mayas, der Inkas? Wenig! Die Eroberer haben ganze Arbeit geleistet, hatten das Schicksal der neuen Welt schnell besiegelt. Von der Kultur der mittelamerikanischen Bewohner ist wenig übrig, aber dieser Satz wurde überliefert: „Die Erde ist glitschig“.
Was hat dieser Kontinent über die Jahrhunderte gesehen, Unterdrückung und Versklavung kam als Erbsünde durch die Europäer, der traumatische Hintergrund ist bis heute nicht ausreichend verarbeitet.
Hauptgott der polytheistische Menschen war „Huitzilopochtli“, der Gott der Sonne und des Krieges, meist dargestellt als Jaguar. Durch die Veränderung der laufenden Generationen gab es das Konzept der natürlichen Auslese, der „Baum des Lebens“ wurde in ihrer Kultur als Evolution verstanden!
Mir hat die spirituelle Philosophie der „glitschigen Erde“ sehr gut gefallen, immer wieder muss ich daran denken.
Ich vertraue in die Zukunft, jeder Mensch darf einmal „ausrutschen“, denn die Erde ist wirklich sehr glitschig.
Buddhas Lehre ist dieser Auffassung sehr ähnlich, auch wir heutigen Menschen sollten den Mitmenschen, die ausgerutscht sind, nochmals eine Chance geben, wir als ein Teil der Natur dürfen Fehler machen, unser Schicksal steht nach Buddha geschrieben, uns trifft daher auch keine SCHULD.
Die Umwandlung hin zu einem Seelenwesen begründet sich im Konzept der „Erleuchtung“, im Vergeben, in der Liebe und im Verzeihen.
 
Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen
Nelson Mandela – ehemaliger Präsident Südafrika – 1918 bis 2013
Gott hat die einfachen Menschen offenbar geliebt, denn er hat so viele von ihnen gemacht
Abraham Lincoln – 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika – 1809 bis 1865

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